MaxFun Sports Laufsport Magazin

Der biegsame Oberkörper

22.11.2011, 12:00:00
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Warum haben tatsächlich alle Sportler, die nicht regelmäßig dehnen oder anders auf ihre Flexibilität achten, das Gefühl, ständig zu verkürzen?

Wer nicht in seiner Jugend dem Staatsopernballett angehört oder zur Schwimmelite dieses Landes gezählt hat, ist als Erwachsener meist recht starr und steif unterwegs. Außer er frequentiert seit Jahren diverse Yogastunden, dehnt brav jeden (zweiten) Tag oder hat Gummibänder, -knochen und/oder -sehnen. Wie wird der „normale“ Erwachsene etwas beweglicher?

Faktum ist, dass reines Lauf- oder Radtraining eher zu Verkürzungen in allen möglichen Bereichen führt. Zum Beispiel zu Verkürzungen der übrigbleibenden Zeiten für andere Dinge des Alltags. Zu Verkürzungen im muskulären Bereich allerdings nicht, denn Muskeln haben eine genetisch determinierte Länge (oder Kürze), die selbst durch Zwangshaltungen - also etwa einen Liegegips - nur vorübergehend verändert werden. Nach der Zwangshaltung, die klarerweise mehrere Tage/Wochen andauert, erreicht der Muskel recht bald wieder sein - längenmäßig gesehen - Ausgangsmaß. So weit, so gut. Warum haben dann tatsächlich alle Sportler, die nicht regelmäßig dehnen oder anders auf ihre Flexibilität achten, das Gefühl, ständig zu verkürzen? Richtig, sie haben das „Gefühl“, dass dies eintritt, die Schmerz- oder Toleranzgrenze für einen gewissen Bewegungsspielraum wird vom Körper heruntergesetzt. Folge dessen hat man also schon früher das Gefühl, z. B. nicht mehr weiter „hinuntergehen zu können“.

Was kann also getan werden, um bis ins hohe Alter eine gewisse Flexibilität beizubehalten? Eine Antwort ist sicherlich regelmäßiges Dehnen. Nach lockeren Belastungen, da ist die Muskulatur schön aufgewärmt, dehnt es sich am besten. In kaltem Zustand oder etwa vor Wettkämpfen kann man eigentlich nur seinen schärfsten Rivalen raten zu stretchen. Wer z. B. vor einem 10.000m-Lauf statisch dehnend aufwärmt, verschenkt mit Sicherheit oder zumindest nach heutigem Stand der Wissenschaft wertvolle Sekunden. Also eigentlich wieder eine Verkürzung der Zeit, die man für die restlichen Dinge des Alltags benötigen würde, ergo das Gegenteil von dem, was man in Wahrheit erreichen wollte.

Die zweite Antwort ist Vielseitigkeit. Viele verschiedene körperliche Belastungen beanspruchen den Körper auf verschiedenste Art und Weise, somit bleibt er schön geschmeidig. Tennis spielen, Klettern, Yoga, Slacklinen, Laufen, Schifahren, usw., usw. Und all das klarer- und vernünftigerweise in schön aufgewärmtem Zustand. Da einem sonst nicht mehr viel Zeit bleiben wird, handelt es sich bei dieser Methode auch eher um eine „Verkürzung“. Irgendwie muss man sich aber doch entscheiden. Gerade für ambitionierte Läufer bietet sich die Kombination aus Dehnen nach lockeren Trainingseinheiten plus einer Ausgleichssportart pro Woche an; das kann durchaus Yoga sein, aber auch Klettern oder Ballsportarten bieten sich hier an.

Bei Triathleten ist das Problem des unflexiblen Oberkörpers eher selten zu beobachten. Vor oder nach dem Schwimmtraining machen eigentlich alle Sommer-Ausdauer-Dreikämpfer Beweglichkeitsübungen für den Oberkörper; wer einen schön langen Zug schwimmen können möchte, braucht die Beweglichkeit etwa in den Schultern wie einen Bissen Brot. Allerdings übertreibt auch so mancher mit dem Flexibilitätstraining. Da wird dann der Oberkörper fast andauernd so weit überdreht, dass die Wirbelsäule von oben bis unten knackst. Viele Ärzte und Therapeuten meinen zwar, dies sei halb so wild, wenn das Ganze aber zur Sucht und vor allem auch auf den restlichen Körper ausgebaut wird, so kann dies durchaus langsam unangenehm werden. Schmerzen oder Verspannungen werden dann ständig „weggeknackst“

Christian Kleber (MAS)

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