MaxFun Sports Laufsport Magazin

Was haben Ian Thorpe, Thomas Muster und Lance Armstrong gemeinsam?

15.11.2011, 12:00:00
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©S. Hofschlaeger / pixelio.de

Betrachten wir aber mal die Motivationshintergründe von ehemaligen Topstars, die Comebacks wagen.

Erstens waren sie allesamt einmal die Besten in ihrer Sportart. Zweitens haben sie alle aufgehört, um dann einige Jahre später ein Comeback zu wagen. Mit mehr oder weniger großen Erfolgen. Dem österreichischen Tennisspieler ist nicht besonders viel gelungen, zumindest sieht das für Außenstehende so aus. Für die eben genannten ist aber auch der zweite Versuch (oder eigentlich der dritte, wie auch bei T. M.) von Lance Armstrong gescheitert, obwohl er doch sage und schreibe 3. geworden war bei der Tour de France. Hätte das ein Österreicher geschafft, ohne hernach lebenslänglich plus drei Leben für sämtliche sportliche Wettkämpfe gesperrt worden zu sein, wäre der für immer das Sportidol schlechthin gewesen.

Ian Thorpes Neueinstieg war angeblich auch ein absoluter Flop, man lobte dafür Markus Rogan, der es ein paar Hundertstel vor dem Schwimmidol aus Australien aus dem Wasser schaffte. Rogan hatte jetzt aber keine fünf Jahre Pause. Alles eine Betrachtungsweise. Bei Hermann Maier, der nach seinem schweren Motorradunfall noch den Super-G-Weltmeistertitel erobern konnte, sprachen wieder einige „Experten“ davon, wie niedrig doch das Niveau beim Skifahren sein muss, dass so etwas gelingen kann. Und wie wenig weit verbreitet Skifahren sein muss - im Vergleich etwa zur Leichtathletik. Wo doch alle Welt rennt - fragt sich nur auf welchem Niveau, denn 99,999 % der Finisher von City-Marathons kann man wohl kaum ernsthaft zu Gegnern von Topleuten bei internationalen Bahn-Meetings zählen. Alles eine Frage der Betrachtung also.

Betrachten wir aber mal die Motivationshintergründe von ehemaligen Topstars, die Comebacks wagen. Warum tun die sich das überhaupt an? Einer, der 7x die Tour de France gewonnen hat, Weltmeister war, und, und, und, wozu kommt der zurück? Der kann doch nur verlieren, außer er gewinnt - unwahrscheinlich - ein 8. Mal. Einer, der Nummer 1 der Tennis-Weltrangliste war, kann mit über 40 niemals wieder Nummer 1 werden, außer die ersten 2000 der Rangliste verletzen sich gleichzeitig und müssen ein paar Jahre aussetzen. Das ist einem Muster klar, einem Armstrong, einem Spitz (Mark). Warum also? Wegen des Geldes? Bestimmt nicht, in dieser Preisklasse hat man für mehrere Leben ausgesorgt.

Ein Spitzensportler lebt für seinen Sport. Er trainiert bis zu 3x/Tag, ernährt sich akribisch, gibt sich höchstens in Ruhepausen (also 1x für vielleicht 2 Wochen pro Saison) ein wenig anderen Genüssen wie dem Fortgehen oder erlaubten Drogen hin, lässt sämtliche mögliche Regenerationsmaßnahmen an sich und seinem Körper durchführen, usw. Sein Ziel sind internationale Erfolge, Weltmeistertitel, Olympiasiege und dergleichen. Er steht im Rampenlicht, wird gefeiert. Was er sagt, zählt. Sieger haben Recht. Dann - von einem Tag auf den anderen - ist Schluss. Man hört auf, die Karriere wird beendet. Nicht selten ist man erst Mitte 20. Viele fallen in ein Loch. Was um Gottes Willen soll man jetzt machen? Studieren, um als Banker, Arzt, Jurist Fuß zu fassen? An die Spitze wird man schwer kommen in einem dieser Metiers, der Zug ist abgefahren. Man ist sie aber gewöhnt, die Spitze, also will man auch wieder dorthin. Viele verfallen in Depressionen. Alkohol, Drogen, exzessives Leben treten als Ersatzbefriedigung auf. Verständlich also, dass einige lieber auf das eben genannte verzichten und ein Comeback wagen. Vielleicht auch „nur“ aus purer Lust und aus purem Spaß an der so gut gekonnten Bewegung, am Sport schlechthin. Das ist der Grund. Und wenn ein Herr Muster „nur“ Nummer tausendirgendwas war beim Comeback - wer bitteschön kann das eigentlich von sich behaupten? Oder „56,ein bisschen was“ auf 100m Lagen schwimmen? Das ist immer noch weit mehr als ein „normaler“ ambitionierter Leistungssportler je in seinem Leben erreichen wird!!!

Christian Kleber (MAS)

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