MaxFun Sports Laufsport Magazin

Zahlenspiele - Kann man seine geplante Endzeit errechnen?

27.11.2011, 12:00:00
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Triathlon besteht im Wesentlichen aus drei Disziplinen, dem Schwimmen, dem Rad fahren und dem Laufen. Die vierte ist das Wechseln.

So weit, so gut, und auch gleich so schwierig. Doch genügt es nicht, sich einfach hinzusetzen und drei vorher errechnete Zeiten zusammenzurechnen, ein paar Zerquetschte für die beiden Wechsel dazu zu addieren, und dann hat man seine Endzeit.

Man kennt das vom Laufen. Wer beispielsweise eine 5.000-m-Bestzeit von 20 Minuten hat, nimmt diese mal zwei, gibt noch 1 Minute dazu und kommt auf eine 10.000-m-Endzeit von 41 Minuten. Durchaus realistisch, so man beim 10.000-m-Versuch in etwa die gleiche Form hat wie beim 5.000-m-Rennen, die Bedingungen ähnlich sind, usw. Je länger die Distanzen werden, desto schwieriger wird eine halbwegs brauchbare Vorhersage. „ Halbmarathonzeit mal zwei plus 10 Minuten ist gleich Marathon-Endzeit“ ist zwar schön und gut, aber nur selten trifft auch ein, was davor errechnet wurde. Zu viele Unsicherheitsfaktoren sind vorhanden, eine kleine Fehlkalkulation beim Essen oder Trinken, einen Tick zu schnell losgelaufen, und schon kann man sämtliche Prophezeiungen begraben. Oft kommt man nicht einmal ins Ziel, weil die Speicher schlicht und einfach leer sind, die Muskeln „zumachen“ oder offene Brustwarzen, kaputte Zehennägel oder dergleichen gründliche Striche durch die perfekte Rechnung machen.

Beim Triathlon – und hier vor allem im Ironman-Bereich – ist die ganze Sache noch viel komplizierter, eh klar.

Wer 1 Stunde für´s Schwimmen, derer 5 für´s Rad fahren und 3h30 für den abschließenden Marathon einplant, kommt in seiner virtuellen Endabrechnung auf ca. 9h35, mit Wechselzeiten versteht sich. Eine passable Leistung, keine Frage, aber zunächst eben nur im Kopf. Bloß weil man im 25-m-Becken die 100er-Intervalle in 1Min30 schwimmen kann, vielleicht sogar 20x hintereinander mit „nur“ 30s Pause, heißt das noch lange nicht, dass man den 1Min30er-Schnitt auch auf 3,8km durchhalten kann (was eine Schwimm-Endzeit von 57Min ergäbe). Im freien Gewässer schwimmt es sich alleine schon deshalb anders, weil man nicht alle 25m eine Pause (für die Rollwende plus Abstoßen und Dahingleiten) einlegen kann.

Wer hingegen im Training die 180km solo in 5h abspulen kann – auf wettkampfähnlicher Strecke (und da ist ein völlig flacher Kurs oftmals eher ein Nachteil, weil man wirklich gar nirgends die Beine hängen lassen kann…) – das entspricht einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 36km/h, der kann mehr oder weniger sicher sein, dass er im Ironman noch einen ganzen Tick schneller sein wird. An dieser Stelle soll nicht von Drafting oder Windschattenfahren gesprochen werden, es ist allerdings fast unmöglich, nicht „gelegentlich“ in den Sog einiger anderer zu geraten und dadurch schneller zu werden.

Wer einen reinen Marathon in 3h10Min laufen kann, kann im Idealfall 3h30Min beim Ironman packen. Die „Formel“ „Reine Marathonzeit plus 20Min“ gilt allerdings auch nur bei idealen Bedingungen. Nur – ganz ehrlich – wann herrschen im Juli „ideale Bedingungen“? Was sind überhaupt „ideale Bedingungen“? 35 Grad im Schatten, kein Wind? Viel kühler wird es nicht sein nächsten Sommer. Und Marathonstart beim Ironman ist auch nicht um 9, sondern bestenfalls um die Mittagszeit…Und Windschattenlaufen in kleinen bis mittleren Grüppchen gibt es beim IM ebenfalls nicht. Und die Zuschauer stehen auch nicht in 10er-Reihen, wie etwa beim Berlin Marathon. Also rechnen Sie zu Ihren geplanten Endzeiten noch ein paar Zerquetschte drauf. Oder rechnen Sie gar nicht und trainieren besser!

Christian Kleber (MAS)

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