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Ausgesprochen wichtig ist Krafttraining für ältere Sportler

Mehr Kraft

„Vogel fliegt, Fisch schwimmt, Mensch läuft“, sprach einst Emil Zatopek, den man tunlichst nicht verwechseln sollte mit dem österreichischen Superradler Gerhard Zadrobilek, geschweige denn, die beiden Namen irgendwie miteinander vermischen, doch das ist eine andere Geschichte.

Die einfache und doch geniale Aussage der Lokomotive aus der ehemaligen Tschechoslowakei mag damals ihre absolute Berechtigung gehabt haben, ihre Nachwehen sind teilweise bis heute zu spüren. Viele Läufer machen nichts Anderes als laufen, wortwörtlich gemeint.

Da gibt es

  • kein Lauf-ABC,
  • keine Rumpfstabilisation,
  • keine Ausgleichssportarten,
  • nichts, nur laufen, laufen, laufen.

Das ist zwar wahrscheinlich besser als nichts, also besser als auf der Couch zu sitzen und Daumen zu drehen, wobei die Betonung auf wahrscheinlich liegt; denn wer jahrzehntelang ausschließlich läuft, muss schon über eine Genetik wie der unverwechselbare Prager Läufer verfügen, um sich nicht gänzlich zu ruinieren – gelenksmäßig etwa.

© Copyright:MaxFun Sports/K. Köb
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Nun hat es sich mittlerweile in allen Sportarten durchgesetzt, dass ein vernünftig betriebenes, sportartenspezifisches Krafttraining der eigentlichen Leistung durchaus zuträglich ist. Und überdies das Wohlbefinden, das Körperbewusstsein und auch das individuelle Erscheinungsbild fördert und stärkt. Krafttraining hat also seine Berechtigung, auch in den Bereichen Marathon oder Ultra.

Triathlon-Legende Dave Scott etwa absolvierte vier Krafttrainingseinheiten pro Woche, so wie der heute 62-jährige aussieht, hat sich das wohl nicht verändert. Die Bekeles, Frodenos oder Dibabas von heute absolvieren allesamt zusätzlich zu den ungeheuren Ausdauer-Wochentrainingsstunden, die sie zweifelsohne zum großen Erfolg führen, ein Kraftprogramm, das sich manchmal durchaus gewaschen hat. Auf youtube kann man den zweifachen Rad-Weltmeister Peter Sagan bei einbeinigen Kniebeugen, die sagen wir mal, nicht ganz stabil gehalten durchgeführt werden, bewundern.

Das sind aber alles Leute aus dem Langzeit-Ausdauerbereich, auch wenn z. B. ein Kenny Bekele oder eben ein Peter Sagan verdammt schnell sprinten können, sie beide haben einen mehrstündigen „Anlauf“ davor zu absolvieren. Natürlich darf es für den Ausdauersportler nicht darum gehen, Muskelmasse aufzubauen, denn jedes Gramm Mehr an Muskulatur benötigt mehr Sauerstoff, und den hat man nicht. Es geht vielmehr darum, aus seiner vorhandenen Muskulatur so viel wie möglich herausholen zu können, sprich, so viele Muskelfasern wie möglich auf einmal kontrahieren zu können – in Phasen des Maximalkrafttrainings, in denen lediglich die intramuskuläre Koordination trainiert, aber keine zusätzliche Muskelmasse aufgebaut wird, schult man diese Fähigkeit. Dann geht es darum, ein gutes Rumpfkorsett aufzubauen, aus Gründen der Verletzungsprophylaxe.

Je stärker Bauch- und Rückenmuskeln sind, desto mehr Kilometer halten diese aus, vorausgesetzt, man trainiert diese auch sportartspezifisch. Der Ruderer benötigt andere Kräftigungsbelastungen als der Marathonläufer, der wiederum andere als der 800-m-Mann, und der wiederum andere als der Zehnfach-Ironman. Faktum ist, dass alle ein gesundes Muskelkorsett benötigen, um ihr Training und ihre Wettkämpfe auszuhalten.

Ausgesprochen wichtig ist Krafttraining für ältere Sportler oder generell für ältere Menschen.

Zum einen verliert man ab dem 40. Lebensjahr angeblich 8% der Muskelmasse pro Lebensjahrzehnt – wobei dies sicher nicht irreversibel ist – zum anderen haben die meisten Über-40-jährigen einfach einen anderen Lebensinhalt als etwa 20-jährige; Familie, Beruf und Freunde stehen im Vordergrund, Sport und Training gibt es zwar auch noch, sie sind aber nicht mehr so wichtig.

Umso wichtiger wäre hier gezieltes Krafttraining, erstens, um dem Muskelschwund vorzubeugen, zweitens, um vernünftige Verletzungsprophylaxe zu betreiben, und drittens, um alle Vorteile zu genießen, die man zweifelsohne hat, wenn man über eine gesunde Muskulatur verfügt.

Link: www.maxfunsports.com

25.10.2016, 19:00:00
Foto: MaxFun Sports/K.Köb
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