MaxFun Sports Laufsport Magazin

Die Sache mit dem Gewicht

Beim Laufen etwa spielt jedes Gramm zu viel eine große Rolle

Dass das Körpergewicht eine mehr als gewichtige Rolle spielt im Ausdauersport, ist wohl jedem klar, der SpitzenläuferInnen oder –radfahrerInnen bei ihren Tätigkeiten beobachtet.

Zwar gibt es große Unterschiede von Sportart zu Sportart – beim Laufen etwa spielt jedes Gramm zu viel eine noch größere Rolle als beim Rad fahren, beim Rad fahren kommt es drauf an, ob man Klassementfahrer, Tagesspezialist oder gar Sprinter ist.

Beim Schwimmen z. B. spielt das Gewicht überhaupt keine besonders große Rolle, weil das Wasser bekanntlich ganz gut trägt, Distanzschwimmer sind meistens überhaupt recht fett, das hat aber andere Gründe, usw.

Für die Heerschar der LäuferInnen allerdings spielen Körperzusammensetzung und Kilogramm enorm große Rollen.

Laut seriösen Umrechnungstabellen ergibt ein Gewichtsverlust von 77 auf 73 kg eine Verbesserung der 5-km-Zeit von 18Min40s auf 18Min02s. Ohne, dass man dafür mehr oder härter trainieren müsste.

Vier kg entsprechen in etwa 35.000 kcal an Fett, eine ganze Menge also, trotzdem ist ein Gewichtsverlust in dieser Größenordnung, so man nicht 2,72m „hoch“ ist, im Bereich des Möglichen. Schafft man es auf 70 kg abzuspecken, kann man bereits mit 17Min30s rechnen, man hätte sich also von 3Min44s/km auf 3Min30s/km verbessert, ohne auch nur irgendetwas an seinem Training verändert zu haben.

Sehen wir uns die Marathondistanz an. Wer mit einem Ausgangsgewicht von 85kg kalkuliert und sagen wir mal 3h30Min laufen kann, ist mit 75kg schon nach 3h13Min im Ziel, mit 70 nach knapp über 3h00Min.

Im Spitzenbereich wirkt sich das laut Berechnungsmodell noch krasser aus, zumindest für alle Extrem-Sportbegeisterten unter uns. Gehen wir mal davon aus, dass Kenny Bekele bei seinem Berlin-Traumlauf neulich 56 kg wog.

Ein Kilogramm weniger würde eine Verbesserung von 2h03Min03s auf 2h01Min und 36s bedeuten, mit 54kg bliebe er nur noch 9s über der magischen 2-h-Schallmauer.

Stellt sich bloß die Frage, wie Bekele (oder auch alle anderen Topläufer) das anstellen soll(en), bei einem geschätzten Körperfettanteil von unter null Prozent ist das eher ein Ding der Unmöglichkeit, aber Zahlenspielereien dürfen in einer derart zahlenlastigen Sportart wie Laufen auch in diesem Bereich sein.

Für die meisten HobbyläuferInnen gilt aber mit Sicherheit, dass sie über ein unheimliches Potential, das sie kaum einmal ausschöpfen, verfügen.

Da wird trainiert wie wild, da werden unzählige Kilometer gefressen, die Intensitäten werden hochgeschraubt, die Erfolge bleiben aber dennoch oftmals (völlig) aus, die Zeiten stagnieren oder verbessern sich oft nur marginal.

 

Mit der gleichen Disziplin, mit der man tagein, tagaus trainiert, kann man auch Körperfett verlieren.

Natürlich geht es bei manchen nicht nur darum, vor allem diejenigen, die in früheren Jahren eher im Fitnesscenter anzutreffen waren, schleppen oft einiges an Muskelmasse mit sich herum. Das mag einmal gut ausgesehen und gefallen haben, beim Laufen kostet das Sauerstoff und damit Leistung.

Wie trainiert man Muskelmasse – beispielsweise am Oberkörper – ab?

Nun, entweder überhaupt kein Training mehr für die aufgeblasenen Bereiche oder nur noch mit extrem vielen Wiederholungen und sehr wenig Gewicht. So bleibt wenigstens straff, was sonst im Laufe der Zeit verkümmert.

Wer das Pech hat, zu den (sehr) athletischen Typen zu zählen, kann sich aber auch jahrelang auf den Kopf stellen, die Muskeln werden – wenn überhaupt – nur sehr langsam weniger.

Dafür sieht man gut aus…weil was da teilweise bei Wettläufen zu sehen ist, meine Herren…nein,

Scherz beiseite, wer im Ausdauerbereich Spitzenleistungen erbringen will,
muss auch den Körper dafür mitbringen.

Ein Sumoringer wird seine 300-kg-Gegner ja auch nicht mit 56kg Nassgewicht zu Boden werfen.

In diesem Sinne, weniger trainieren, aber auch viel weniger essen.

Link: www.maxfunsports.com

25.10.2016, 16:00:00
Foto: MaxFun Sports/K.Köb
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