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Sub 2 hours – next step

Der Tag X, an dem der ultimative Lauf in die Geschichtsbücher stattfinden soll, steht noch nicht fest

Am 7. März fand ein interessanter Testlauf auf der Formel-1-Strecke in Monza statt.
Auf einem 2.400-m-Rundkurs liefen keine Geringeren als Eliud Kipchoge – seines Zeichens Seriensieger im Marathon mit einer pb von 2h03Min05s – Lelisa Desisa, zweifacher Boston-Marathonsieger, pb 2h04Min45s – und Halbmarathonweltrekordler Zersenay Tadese (58Min23s, wobei der Mann aus Eritrea auch eine 26Min37s über die 10.000m sein Eigen nennen darf) im Kreis. Und das solange, bis ein Trainings-Halbmarathon, wenn man so will, geschafft war.

Allerdings kein normaler Trainingslauf, sondern einer, bei dem die Organisatoren und Sponsoren unter wissenschaftlicher Beobachtung und Unterstützung genauestens darauf geachtet haben, wie denn nun heuer noch die 2-h-Marke über die 42,195km-Distanz fallen soll und kann.

Eines vorweg; am schnellsten war Marathon-Olympiasieger Kipchoge gewesen, nach 59Min17s – also nicht sehr weit weg vom Halbmarathon-Weltrekord – blieb die Uhr für ihn stehen. Und er selbst auch, Beobachter meinten danach, er hätte beim gesamten Testlauf ausgesehen wie bei einem eher lockeren Dauerlauf. Kipchoge selbst antwortete unmittelbar danach auf die Frage, ob er jetzt bei 95 oder eher schon bei 98% seiner Leistungsfähigkeit gewesen wäre, lapidar; bei 60%.

Wenn man diese Zahl als Hinweis auf den Grad seiner Anstrengung während seines 59-minütigen Laufes deutet, dann müssten die 120 Minuten tatsächlich bald Marathongeschichte sein. Sieht man diese Aussage aber aus einem anderen Blickwinkel, könnte man meinen, dass Kipchoge auf diesen 21,1km bereits 60% seines Pulvers verschossen hätte, blieben ihm also noch 40% übrig, mit denen käme er dann zwar bis in den kritischen Marathonbereich, allerdings nicht weiter.

Wie dem auch sei, mehr werden wir im Mai wissen – der Tag X, an dem der ultimative Lauf in die Geschichtsbücher stattfinden soll, steht noch nicht fest. Tadese benötigte 59Min41s, Desisa 62Min55s, wobei man sagen muss, dass nicht die erreichten Zeiten das Ziel aller Beteiligten war – wobei sie schon irgendwie ziemlich aufschlussreich und interessant sein dürften – sondern das Austesten aller anderen essentiellen Dinge.

Wie z. B. der Schuhe, die speziell für dieses Projekt entwickelt und gefertigt worden waren – von einem namhaften Laufschuhhersteller, der schon vor Monaten versprochen hatte, dass man mit diesen Wunderwerken um ein paar Prozent schneller laufen wird können, da sie mehr Energie zurückgeben bei jedem Schritt als jeder andere Schuh bislang. Wo man hier von Seiten der Leichtathletikverbände einen Schluss- oder Grenzstrich ziehen wird müssen, steht noch in den Sternen, man stelle sich vor, dass die Damen und Herren LäuferInnen in geraumer Zukunft mit vollkommen gefederten Schuhen, die sie wie Siebenmeilenstiefel herumwirbelten in der Gegend, ihre Marathons absolvierten…

Die drei Superstars waren an diesem 7. März übrigens hinter einem Tesla-Fahrzeug, das von einem Formel-1-Testpiloten gesteuert wurde, hinterhergelaufen, für Windschatten war also gesorgt. Auch, weil sich die zahlreichen Tempomacher abwechselten, ein- und ausstiegen, wie es ihnen passte. Sagen zumindest die Kritiker, viel eher probierte man aus, tüftelte herum, testete eben, schließlich handelte es sich ja um keinen offiziellen Wettkampf, wäre beispielsweise Kipchoge unter 58Min23s geblieben, hätte dies auch keinen HM-Weltrekord bedeutet. Zahlreiche andere Messungen wurden ebenfalls vorgenommen, aber hier hält man sich genauso bedeckt wie bei den angeblich vollkommen neuartigen Ernährungs- und Hydrationsprogrammen, die individuell auf die Athleten zugeschneidert sein dürften.

  • Wohin also wird die Reise tatsächlich gehen?
  • Und wo ist Kenenisa Bekele anzutreffen?

Der hat es ja in Dubai versucht, kam dort aber gleich am Start zu Fall. Sieht man sich allerdings seine Karriere, seine Bestzeiten und seine Gegner der letzten Jahre, die er allesamt fast immer geschlagen hat, an, kann so eine Sache eigentlich nur über ihn oder mit ihm laufen.

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29.03.2017, 22:00:00
Foto: MaxFun Sports/K.Köb
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