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MaxFun Sports Laufsport Magazin

Training in der Kälte

Was beim Tempo bei kalten Temperaturen zu beachten ist

Minus vier Grad, leicht windig, Schotter, du hast viel an, sehr viel. Immerhin war in der App irgendetwas von gefühlten minus sieben zu lesen, also war es auch noch die nicht mehr ganz so leichte Winterjacke. Außerdem hast du zu den wärmeren, robusteren Wintertrailschuhen gegriffen, ein langes Laufshirt und eine lange Laufweste unter der obersten Schicht mussten es genauso wie die dickere Running-Tight samt blodernder Überhose sein, nicht zu vergessen Haube, Handschuhe und Halstuch. So läufst du dich jetzt also ein und bereitest dich mental auf die acht flotten Tausender im Halbmarathon-Tempo oder leicht darunter vor, immerhin ist der Bewerb der Laufsport-Events nur noch elf Wochen entfernt, was bleibt dir auch Andres übrig als spezifisches Training?

Gut, hat ja keiner wissen können, dass es im Februar so kalt und unangenehm sein kann. Scherz beiseite, das ist Jahr für Jahr das Hauptthema für all diejenigen, die sich bei kälteren Umgebungstemperaturen nicht so wohl fühlen, trotzdem bei einem Frühlingsmarathon oder einem der ersten Ironmans Anfang Juli an den Start gehen wollen; eine vierstündige Radausfahrt im GA-I-GA-II-Mix fährt sich bei 25 Grad und wolkenlosem Himmel natürlich viel leichter als bei Temperaturen um den Gefrierpunkt und Nebel, keine Frage. Aber deswegen alles auf drinnen verlegen, auf den Ergometer oder die Walze, auf das Laufband und vielleicht – a la Lionel Sanders – in die hauseigene Gegenstromanlage (dann hat man nicht einmal mehr Zoff mit anderen Badegästen oder Trainingspartnern)? Eben Genannter trainiert ja nach eigenen Angaben quasi ausschließlich indoor und das mit nicht vernachlässigbarem Erfolg, der zweite Platz auf Hawaii letztes Jahr spricht eine sehr deutliche Sprache. Nun schafft das aber nicht jeder, die meisten können die eine oder andere Einheit auf der Walze oder dem Laufband mit sich selbst vereinbaren, einen Tempodauerlauf oder eine GA-II-Einheit über x-Stunden absolviert man dann doch lieber irgendwo draußen, auch wenn´s noch so bitterkalt ist.

Tempo bei kalten Temperaturen
Doch zurück zur 8x1000-m-Einheit. Wenn die Bedingungen tatsächlich so sind wie oben beschrieben, muss man einfach Abstriche machen beim Speed. Wäre das Zieltempo beispielsweise bei 4:00/km angesiedelt, darf man aufgrund der kalten Temperaturen und des vielen Gewandes, das man anhat, durchaus 10s/km dazugeben, sprich, man darf die 1000er in 4:10 laufen und sich dabei gut fühlen, jawohl, gut. Denn wer unter solchen Umständen trotzdem nicht viel langsamer unterwegs ist als gefordert, bringt die Leistung, die er bringen sollte, ja dennoch; wenn es dann wieder wärmer ist und man wesentlich weniger anhat, zudem auch noch leichtere Laufschuhe um die Füße geschnallt, wird – ohne, dass er sich mehr anstrengen müsste – automatisch schneller laufen.

Das heißt, man sollte bei solchen Verhältnissen nicht auf Biegen und Brechen versuchen, die Zielzeiten einzuhalten, weil man sonst zu intensiv unterwegs wäre. Das Gleiche gilt übrigens auch für besonders warme/heiße Tage; wer einen Marathon unter drei Stunden „drauf hat“ – das entspricht in etwa einem Kilometerschnitt von 4:17 – kann bei 30 Grad im Schatten unmöglich mit 4:17/km loslaufen, weil er sich sonst spätestens bei der Halbmarathonmarke unter einen schattigen Baum legen muss. Wer beispielsweise einen Halbmarathon im 4-er-Schnitt „drauf hat“ und in der Ausschreibung übersehen hat, dass es sich quasi um einen Crosslauf mit ein paar Höhenmetern, der zufälligerweise exakt 21,1 km lang ist, handelt, wird die 15 km/h-Schallmauer deutlich unterschreiten, ohne dass er „schlechter geworden“ ist. Aber Dinge, die nicht möglich sind, sind nicht möglich, Schein und Gefühl trügen nicht, schwierige äußere Bedingungen machen nicht schneller, daher muss man vom Tempo her Abstriche machen oder aber – wie der Ironman-Vizeweltmeister von 2017 – sein Training nach innen verlegen.

Link: www.maxfunsports.com

07.02.2018 08:00:00
Foto: MaxFun Sports
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