MaxFun Sports Laufsport Magazin

Der rechte Blickwinkel

28.04.2010, 12:00:00
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© MaxFun.cc beim Stammersdorfer Winzerlauf

War es früher selbstverständlich, dass SportlerInnen untereinander sich gegrüßt haben, wenn sie einander begegneten, so ist dies heutzutage immer weniger der Fall.

Wohin schaut man eigentlich, wenn man laufender- oder radfahrenderweise unterwegs ist? Eine nicht unwesentliche Frage, ist doch alles eine Sache des richtigen Blickwinkels, eine Frage der Relativität, ein Ausschnitt aus der Wirklichkeit.

Beim Schwimmen im Schwimmbad ist es recht banal, die meisten glotzen stundenlang auf den schwarzen Strich, bei jeder Wende blickt man kurz auf, dann wieder der Strich. Im Freigewässer sieht das Ganze aus Sicherheits- und Orientierungsgründen schon ein wenig anders aus; man tut gut daran, sich VOR dem Start markante und gut sichtbare Dinge (Türme, Kirchen, Sterne,…) einzuprägen, so wird ein Verschwimmen schwieriger. Nicht gut sind bewegliche Objekte wie Autos, Menschen, Flugzeuge,…

Doch wohin schaut der laufende Mensch, wenn er so ein, zwei, fünf Stunden vor sich hintrabt. Da gibt es einmal den "Stur-vor-sich-auf-den-Boden-Gucker", der niemals, aber auch schon wirklich niemals seinen Blick auch nur annähernd hebt. Ob er aus diesem Grunde seine Umwelt, seine MitläuferInnen oder seine EntgegenkommerInnen nicht sehen kann und daher unbewusst nicht grüßt, sei dahingestellt. Eines dürfte aber gewiss sein; er muss sehen können, da er sonst ja - aufgrund des urbanen Individual- und Öffiverkehrs - nicht besonders weit gekommen wäre - bis dato.

Dann gibt es den "Neugier-Huiwui-Runner", der scheinbar alles inhaliert, was so um ihn schwirrt und kreucht und fleucht. Nachdem aber die Spezies Mensch komplett verrückt werden würde, wenn sie sämtliche Eindrücke, die vorhanden sind, Aufnähme, kann dem nicht so sein (man fühlt beispielsweise nur kurz, dass der Popo den Sessel berührt, auf den man sich gerade setzt; ein wenig später nimmt man das schon nicht mehr wahr).

Der "Ich-will-gesehen-werden-und-das-gleich-und-immer" blinzelt allen Leuten zu, den für ihn attraktiv Erscheinenden lächelt er gar zu, flüstert eventuell rasch seine Handynummer rüber, ist aber im Grunde genommen ein oberflächlicher, weil zu viel auf sein Äußeres bedachter Läufer.

Die "Graue Maus" läuft nur nachts, der "Hinterteil-Anstarrer" (oft männlich, durchaus aber auch im Reich der Damen angesiedelt) rennt immer nur den durchtrainierten Knackpos nach, egal, in welchem Tempo diese mehr oder weniger wackeln. So, und nun zum Kern der Aussage dieser Zeilen; in den letzten Jahren kann immer mehr Verfall der einstigen - schönen - Werte beobachtet werden.

War es früher selbstverständlich, dass SportlerInnen untereinander sich gegrüßt haben, wenn sie einander begegneten, so ist dies heutzutage immer weniger der Fall. Früher waren es Läufer, die Läufern gewunken haben, Rennradfahrer, die Rennradfahrern gewunken haben, Motorradfahrer, die Motorradfahrern gewunken haben. Dann wurde das Bergfahrrad erfunden, die konservativen Rennradler haben diese bunten Vögel auf ihren Bikes samt und sonders für verrückt und daher nicht grüßenswert erklärt, und damit fing der Teufelskreis der Unfreundlichkeiten an. Triathleten, die noch viel farbprächtiger graue und kahle Bergwiesen zur Sommerszeit beleuchtet haben, wurden nicht einmal mehr ignoriert, diese ignorierten zurück, und heute haben wir den Salat. Niemand grüßt oder winkt mehr! Weder die Hin-, noch die Hergucker, auch nicht weiße oder graue Mäuse, es ist zum Aus-der-Haut-Fahren. Und das liegt daran, dass man entweder auf den Boden starrt, einem direkt in die Augen schaut und dabei nur daran denkt, wie toll man selbst nicht ist oder auf Popos vom Vorläufer!

Herrschaften, so geht’s nicht; grüßen wir uns wieder, Läuferinnen die Mountainbiker, Racer die Triathletinnen, Motorradfreaks die Traktorfahrer und überhaupt alle alle! Ein Lächeln versüßt den Tag, selbst, wenn man sich "nur" selbst anlächelt. Grüß Gott!

Christian Kleber (MAS)

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