MaxFun Sports Laufsport Magazin

Kurz oder lang?

05.04.2010, 12:00:00
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Die Frage, welche Distanz man im Triathlon angehen will/soll, stellt sich eigentlich gar nicht. Da aber das Wörtchen "eigentlich" immer noch ein wenig Drumherum und Hintergrund impliziert, ist genau dieses und dieser hier nachzulesen.

Prinzipiell sollte man, wenn man jünger ist, auf den kürzeren Strecken zu Hause sein. Schlicht und einfach, weil man zunächst einmal schnell werden sollte und auch erst im Laufe der Jahre jene Grundlagen (physisch und psychisch) aufbauen kann, die für alle längeren Sachen (Marathon, Ironman, etc.) vonnöten sind. Natürlich bestätigen Ausnahmen die Regel, mehr aber nicht.

Das zweite wichtige Kriterium ist klarerweise das eigene Zeitmanagement. Wer einen Beruf ausübt, der zahlreiche Tag- und Nachtdienste beinhaltet, wird sich schwertun, bei einem Ironman zu reüssieren. Auch hier bestätigen Ausnahmen die Regel, aber wenn man sich beispielsweise die Liste der Hawaii-QualifikantInnen der letzten Jahre im Ironman-Bereich ansieht, so besteht diese zu einem nicht unbeträchtlichen Teil aus StudentInnen, LehrerInnen und Profis. Der Schreiber dieses Artikels möchte den beiden erstgenannten Gruppen nichts unterstellen, immerhin zählt er ja selbst zur zweiten, aber es geht auch viel um Zeiteinteilung. Hefte verbessern und vorbereiten kann man auch, wenn es dunkel ist, lange Radeinheiten absolvieren eher schlecht.

Für alle ÄrztInnen, AnwältInnen und GeschäftsführerInnen eignet sich - so es denn tatsächlich Triathlon sein muss - eher die Sprint- oder Kurzdistanz. Obwohl man natürlich sagen muss, dass auch hier der Trainingsaufwand, etwa im Vergleich zum Laufen, ein wesentlich höherer ist.

Obwohl man - vor allem im Hobbybereich - von allen drei Sportarten profitiert, sprich, wer laufen geht, hat auch beim Radfahren was davon, wer schwimmt, auch beim Laufen etc. Denn Herz-Kreislauf-Belastungen stellen alle drei Disziplinen dar, also wirken sie sich auch positiv auf den gesamten Ausdauer-Trainingszustand aus. Je höher das Niveau, desto verkorkster wird die Sache. Dann wirkt sich nämlich Radfahren negativ auf das Laufen aus (dicke Beine rennen langsamer), Laufen negativ auf´s Radfahren (weniger Kraft), Schwimmen überhaupt negativ auf den Rest (weil man zu muskulös wird, das verbraucht mehr Sauerstoff).Im Spitzenbereich kann man getrost davon sprechen, dass die drei Sportarten ungefähr so zusammenpassen wie die Faust auf´s Auge. Die weltbesten TriathletInnen können zwar alles relativ gut, aber nichts sehr gut, mit SpezialistInnen in den jeweiligen Disziplinen können sie nicht mithalten. Wozu auch!Wer nicht schwimmen kann, dafür ganz passabel Rad fährt, kann sich ja mal in einer Staffel versuchen. Die sprießen allerorts aus dem Boden, man hat nur einmal Stress und ist trotzdem dabei!

Hat man für sich selbst einmal geklärt, ob man sich dem Triathlon verschreiben möchte, sollte man das auch noch mit seiner Familie besprechen. Zahlreiche Ehen sind am Trainingseifer und der Akribie bei der Nahrungsaufnahme gescheitert, ebenso viele Ehen sind genau aus diesen Gründen entstanden.Gute Gelegenheiten zum Hineinschnuppern oder längerem Racen hat man am

  • 15. Mai beim 6. VKB Linztriathlon (Halbdistanz, Sprint, Staffel-Halbdistanz),
  • am 30.05. beim Wörthersee Triathlon (Schnupperbewerb, Sprint),
  • am 15.08. beim Aussee Triathlon (Sprint),
  • beim Faakersee Triathlon am 28.08. (Olympische Distanz) oder
  • am 28.08. beim Austria Triathlon in Podersdorf (Halb-, Langdistanz, plus diverse Staffeln).

Zum Abschluss noch ein kleiner Tipp; wer noch nie einen Triathlon bestritten hat, sollte nicht gleich mit einem Ironman anfangen, schließlich lesen Volksschulkinder auch nicht zuerst Faust und lernen hernach erst die Buchstaben…In diesem Sinne - Hang loose!

Christian Kleber (MAS)

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