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Damals dachte man, die Milchsäure in der Muskulatur wäre der Grund für den nachfolgenden Muskelkater

Muskelkater

Früher galt die Maxime, „was nicht wehtut, bringt nichts“. In gewisser Hinsicht hatte dieser Leitspruch schon seine Berechtigung, denn was alles (nicht) dabei herauskommt, wenn man sich so gar nicht fordert beim Training, konnte man eine Zeitlang (ca. vor sieben bis zehn Jahren) beobachten. Zu dieser Zeit gereichten etwa Zeiten weit über 37 Minuten über die 10km oftmals zum Gesamtsieg bei diversen lokalen Wettläufen. Nicht, dass man mich an dieser Stelle wieder falsch versteht, ein Kilometerschnitt von 3:45 über diese Distanz ist mehr als respektabel; wenn man sich allerdings die Siegerzeiten davor UND danach – also heute – ansieht, wird man feststellen, dass der sportlich laufende Mensch schon mehr draufhaben kann. Vor zehn oder auch sieben Jahren haben viele streng nach Plan trainiert, und zwar extrem locker. Selbst die Intervalle, die damals absolviert wurden, verdienten ihren Namen eigentlich kaum. Und dass man mit halbschnell gelaufenen Intervallen im Wettkampf eben auch nicht besonders schnell laufen kann, wissen alle, die beide Trainingsformen über längere Zeit praktiziert haben.

Was jetzt allerdings nicht heißen soll, dass man sich mindestens einmal pro Woche komplett abstechen soll. Und nach jedem harten Training eine ganze Woche braucht zum Regenerieren, um sich dann erneut voll abzustechen. Ein intelligenter Trainingsaufbau und ein guter Mittelweg wären anzustreben. Unter Ersterem versteht man, dass man zu Saisonbeginn nicht gleich mit z. B. 10x1000m beginnen, sondern Belastungsintensität und –umfang intelligent steigern sollte. Unter Zweiterem könnte man ein Mittelmaß an „sich abstechen“ und „ganz lockeren Intervallen“ verstehen. Es macht weder Sinn, mit dem um Klassen besseren Läufer mithalten zu wollen, auf Biegen und Brechen; noch macht es Sinn, seine „Tempoläufe“ oder „Intervalle“ so zu laufen, dass selbst die Allerlangsamsten aus der Gruppe noch mühelos mithalten können. Hat man sich beispielsweise 5x1000m vorgenommen, so sollten es 5 Stück werden; auch, wenn man noch ein sechstes oder siebentes Intervall „draufpacken“ könnte. Hier ist viel Gefühl gefragt, man sollte außerdem die harte Tempoeinheit der Woche immer im Kontext zum restlichen Training, das ja auch noch absolviert werden sollte, betrachten.

Vor dreißig Jahren musste nach einem „richtigen“ Training alles schmerzen. Damals dachte man, die Milchsäure in der Muskulatur wäre der Grund für den nachfolgenden Muskelkater. Mitnichten, denn Laktat verschwindet recht schnell, was nach verdammt harten Belastungen bleibt, sind Mikrotraumata in den kontraktilen Elementen, die kombiniert mit Wassereinlagerungen zu Schmerzen führen – eben zum bekannten Muskelkater. Besonders beliebt bei diesem sind sog. exzentrische Muskelbelastungen – also z. B. das Bergablaufen. Wer das nicht gewohnt ist, weiß schmerzvolle Lieder davon zu singen. (Guter Tipp für all diejenigen, die gerne bei diversen Trails, die auch bergab führen, starten möchten: Rechtzeitig damit anfangen, Bergabläufe ins Training einzustreuen – und INTELLIGENT steigern!)

Hat man doch einmal „Spatzen“, so ist Dehnen nach heutigem Stand der Wissenschaft (Thesen sind allerdings bekanntlich nur so lange richtig, bis sie falsifiziert werden…) eher kontraproduktiv. Besser wäre lockeres Bewegen im REKOM-Bereich, so wird die verletzte Muskulatur durchblutet, regenerative Prozesse werden in Ganz gesetzt, und der Muskelkater verschwindet schneller.

Tja, Training ist nicht leicht, das wissen wir. Training ist außerdem verdammt individuell, das wissen wir auch. Was nun? Einfach Spaß dabei haben, genießen, und wenn man mal einen „Kater“ hat, macht nix. Nur zu oft sollte der halt nicht vorbeischauen.

Link: www.maxfunsports.com

30.04.2015, 19:00:00
Foto: MaxFun Sports
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