MaxFun Sports Laufsport Magazin

Die zweite Disziplin im Triathlon

Training ist (manchmal) besser als Wettkampf

Er weiß es, er weiß es, der Autor, dass er sich selbst damit ordentlich widerspricht, wenn er nun plötzlich behauptet, dass Training besser ist als Wettkampf. Zu oft hat er an dieser Stelle schon genau das Gegenteil behauptet, nichts gehe über einen Wettkampf, nur dort leide man so, wie man eben leiden müsse, wenn es um alles geht, nur dort ist die psychische Anspannung die gleiche wie beim Hauptwettkampf irgendwann später im Jahr, usw. Kennen wir. Und davon will er auch gar nicht allzu weit abrücken, klar hat auch diese These ihre eindeutige Berechtigung.

Aber manchmal ist es eben umgekehrt. Bradley Wiggins etwa hat in seiner Vorbereitung auf die Tour de France 2012 (die er dann nicht zuletzt aufgrund einer unglaublich starken Mannschaftsleistung auch gewonnen hat) immer wieder Rennen ausgelassen, und zwar ganz gezielt. Nicht, dass er überhaupt keine gefahren wäre, im Gegenteil, er hat ua. einige schwere Rundfahrten davor ganz klar für sich entschieden; allerdings waren diese auch für das Üben des reibungslosen Zusammenspiels der Mannschaft von großer Bedeutung – um eben für das Topziel, die große Schleife durch Frankreich – auch optimal vorbereitet zu sein. Dafür gab es einige andere Rennen, die der Superstar aus Gent, der für England zahlreiche Goldmedaillen und Titel eingefahren hat, ausgelassen hat. Das Ganze deshalb, weil man sich bei Radrennen – so es sich um keine Einzelzeitfahren handelt – zwar hie und da tief drinnen im Anaeroben befindet, oft aber nur so mitrollt im Windschatten und dafür teilweise gar keine Leistung bringen muss. So kann man nachlesen, dass Bradley bei diversen Radrennen oft „nur“ 190 Watt Durchschnittsleistung erbringen muss, im Training teilweise aber an die 300 und mehr.

Was kann nun der Triathlet mitnehmen für sich? Nun, auf der einen Seite sind natürlich Radrennen relativ gefährlich, und man sollte erstens sein Radhandling gut beherrschen, zweitens sich auch gut in einer großen, sich schnell bewegenden Gruppe bewegen können. Und drittens diese Rennen eher aus dem Grund bestreiten, dass man tatsächlich psychisch gut vorbereitet wird auf alle weiteren Aufgaben des Jahres, denn die Anspannung vor dem Rennen und teilweise währenddessen ist durchaus zu vergleichen mit jener vor dem Start eines Ironman. Auch da geht´s ja gleich voll zur Sache, und feig sollte man da auch nicht unbedingt sein, sonst kann man sich gleich an der erstbesten Boje festklammern und warten, bis alle vorbeigezuckelt sind. Nur ist das Rennen dann wahrscheinlich schon gelaufen, außer es genügt einem eine Endzeit um die 17 Stunden...

Besser ist natürlich die Teilnahme an diversen Einzelzeitfahren, weil man da die ganze Zeit über an seiner individuellen Schwelle unterwegs sein sollte. Nachteil: Mittlerweile gibt es schon dermaßen viele Spezialisten, die allein durch die Verwendung von extrem aerodynamischem Material um zwei bis drei km/h schneller fahren. Allerdings gibt es die im Triathlon auch…Wobei gefährlich ist Rad fahren allemal, selbst bei Einzelzeitfahren oder im Triathlon passiert immer wieder etwas, weil unvorsichtige Autofahrer einfach die Wettkampfstrecke befahren, ohne dabei auf die Radfahrer zu achten. Beziehungsweise die Geschwindigkeit der Teilnehmer einfach unterschätzen.

Zusammenfassend: Natürlich ist ein Wettkampf meist das beste (weil härteste, physisch wie psychisch) Training; allerdings sollte man genau darauf achten, wann man welche Wettkämpfe aus welchem Grund in seinen Jahresplan einbaut. Und hie und da darf es auch mal einer aus Lust, Laune und Spaß an der Freude sein. Immerhin werden die wenigsten unter uns den Olympiasieg oder den Weltmeistertitel im Ironman anstreben.

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23.01.2015, 15:00:00
Foto: MaxFun Sports
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