MaxFun Sports Laufsport Magazin

Step by Step

Ganz schwer sind sie, diese Treppenläufe, aber auch reizvoll.

Das Ziel ist oben, klar, nicht zu vergleichen etwa mit einem 10er auf der Bahn, bei dem man nach 23 Runden immer noch zwei zu rennen hat, nicht zu vergleichen mit einem 24-h-Lauf, bei dem meist auch Runden und Runden und Runden zu absolvieren sind. Eine Stufe nach der anderen, ein Stockwerk nach dem anderen, manchmal auch ein Ausscheidungslauf nach dem anderen. Oder irgendetwas in der Art. Worauf sollte man achten beim Lauf die Treppen rauf?

Also zunächst einmal darauf, dass man nicht stolpert. No na, könnte man jetzt sagen, aber klar ist, dass man sich mit 16 mmol Laktat etwas schwerer tut beim Stiegensteigen als beim gemütlichen Hinaufflanieren die steile Treppe neben dem Lainzer Tiergartenzaun. Wobei die auch schon ganz schön reingeht, wenn man denn „nur“ hinaufgeht.

Genauso übrigens wie die wahrhaftig gemeinen Stufen den Donauturm hinauf. Legendär – zumindest für den Autor dieser Zeilen – das einstige Intervalltraining mit Andrea Mayr, der mittlerweile fast unendlichfachen Berglauf- und Stufenrauffliegweltmeisterin, dort hinauf. Aufwärmen im Donaupark, dann einmal locker hinauf (genau…) und dann 3x6x10 Stockwerke. ZEHN Stockwerke sind jetzt eigentlich – wenigstens vom zeitlichen Aspekt her – nicht sooo viel. Die ersten zehn waren ja noch in Ordnung, Andi vielleicht zwei Sekunden schneller, aber Intervalltraining zeichnet sich doch wenigstens durch kurze, lohnende Pausen aus?!? Gefühlte nullkommavier Sekunden später dann der Start zum zweiten Zehnstockintervall, Pause wieder im Mikrosekundenbereich, ein drittes Intervall noch, danach musste Frau Mayr allein weiter laufen, diese blöden 776 Stufen damals…(heute sind es 779 oder so ähnlich…)

Die man im Wettkampf beileibe nicht zu schnell angehen darf. Wer bei Halbzeit führt, muss noch lang nicht gewinnen, sondern kann verdammt „blau gehen“, „gehen“ dann im wahrsten Sinne…auch eine 3-/4-/7-Minutenbelastung muss intelligent, d. h., nicht zu schnell angegangen werden. Und grade beim Donauturmlauf empfiehlt es sich, seine Armmuskulatur (durch „Abziehen“ beim Stiegengeländer) mitzunehmen, so ist man mit Sicherheit schneller und erspart sich eventuell ein paar Schmerzen in den Beinen.

Beim Schlossberg Stiegenlauf in Graz muss man zwar „nur“ 421 Stufen und 80 Höhenmeter (Vergleich Donauturmlauf 150 hm) überwinden, die Siegerzeit liegt hier unter 2 Minuten (Vergleich Donauturmlauf: um die 3Min30), sauschwer ist der Lauf aber allemal, muss man doch noch um ein Eck mehr „säuern“ und „hinhalten“ können als bei einer längeren Belastung. Und sowas will/MUSS trainiert werden, will man nicht komplett eingehen. Wie? Natürlich allgemein und spezifisch, wobei das spezifische Training klarerweise alle möglichen Treppenlauf-Intervalle beinhalten muss. Die ganz Guten/Harten/Wahnsinnigen zieht es Jahr für Jahr zum Treppenlauf Radebeul in Deutschland. Wer 8.848 Höhenmeter (das ist die Höhe des Mt. Everest, vom Meeresspiegel aus gemessen) am schnellsten bewältigt, wird gesondert geehrt, ansonsten gewinnt der, der innerhalb von 24 h die meisten Höhenmeter bewältigt. Treppenläufe aller Art finden prinzipiell in den höchsten Gebäuden der Welt statt, einmalig ist auch der Austragungsmodus des „Millenium Tower Run Up“ in Wien mit 2529 Stufen bei 3 Aufstiegen.

Wer sich heuer ein wenig dem Stiegenlauf verschreiben möchte, tut zunächst also gut daran, sich anzusehen, wo und wann er denn starten will, danach stelle man sich diese Läufe einfach vor, abschließend arbeite man vor allem ein wenig an seiner mentalen Stärke.

Link: www.maxfunsports.com

27.01.2015, 11:00:00
Foto: MaxFun Sports
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